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Gemeinde Kisslegg (Druckversion)

Heiliger Stein

Der "Heilige Stein" ist ein Riesen-Findling

Wie von Riesenhand hingeschleudert liegt, versteckt im Tannenwald zwischen Waltershofen und Sigrazhofen ein großer Findling aus Granit - bekannt als "Heiliger Stein". Ein Geschenk der Alpen aus der letzten Eiszeit.
Besonderheiten und Auffälligkeiten in der Natur haben die Menschen schon von altersher zu übersinnlichen Erklärungen angeregt. Tiefer Volksglaube, vermischt mit dem Glauben an Wunder und Magie, hat so mythische Orte geschaffen.
So geheimnisvoll ist auch der "Heilige Stein" auf Kißlegger Gemarkung. Ein besonders großes und eindrucksvolles Exemplar, auf einer Kuppe mitten im Wald. Ein gewaltiger Findling, der in der Würmeiszeit von einem Gletscher aus den Alpen hierher geschleift wurde. Fast wie ein Kranz liegen weitaus kleinere, in dieser Gegend aber auffallende Felsbrocken herum. Obwohl der Stein nicht ganz leicht zu finden ist, kommen anscheinend oft Leute hierher, ist am Trampelpfad zu erkennen, der vom Waldweg nach oben führt.
Auf einem eng mit dem "Heiligen Stein" verbundenen Baumstumpf, dessen Wurzeln wohl bis unter den Stein hinab reichen, ist wohl vor nicht allzu langer Zeit ein kleiner Altar aufgebaut worden, mit einem Kreuzbild, Blumen, Steinen und einem ewigen Licht.
Schatz unter dem Stein?
Es wird erzählt, unter dem Stein sei ein Kirchenschatz vergraben, und der Stein würde sich von selbst heben, wenn am Karfreitag um 12 Uhr die Kirchenglocken läuten. Diese Geschichte kann man aber nur Fremden erzählen, denn jeder echte Oberschwabe, katholisch zumal, weiß, dass am Karfreitag "die Kirchenglocken nach Rom fliegen" und also auch nicht läuten können. Einige müssen es aber doch versucht haben, denn Grabungsversuche sind deutlich zu erkennen.
Nicht weit entfernt gibt es einen anderen heiligen Stein, den "Großen Stein" zwischen Arnach und Eintürnen.
(Quelle: Schwäbische Zeitung vom 10.03.2008, gekürzt)

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