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Gemeinde Kisslegg (Druckversion)

Ortsrundgang

Im Detail

Alle besonderen Sehenswürdigkeiten, die sich in der Ortsmitte von Kißlegg befinden, erhalten Sie hier auf einen Blick. Kißlegg liegt direkt an der Oberschwäbischen Barockstraße und hat einige barocke Schätze zu bieten. Da alles sehr zentral beieinander liegt, können die einzelnen Stationen auch ganz einfach zu Fuß erkundet werden.

01 Rathaus

Rathaus
Rathaus

Das Rathaus der Gemeinde Kißlegg wurde 1931 erbaut und 1995-96 erneuert. An der Rathausfassade Sgraffitos von Toni Schönecker aus dem Jahr 1974 mit Motiven zu den wichtigsten Ereignissen der Geschichte Kiß-leggs: Priester Ratpot gründet den Ort im 8. Jh; im Jahr 824 wird dieser Ort unter dem Namen „Ratpoticella“ erstmals erwähnt; König Wenzel verleiht im Jahr 1394 den Herren von Schellenberg das Markt-recht und die hohe Gerichtsbarkeit für ihr Dorf „Zell“, das heutige Kißlegg; Kißlegg kommt 1806 unter die Krone Württembergs; 1820 entstehen die selbständigen Gemeinden Kißlegg, Sommersried, Emmelhofen, und Wiggenreute, die sich 1934 zur  Gesamtgemeinde Kißlegg zusammenschließen; 1972 erfolgt die Eingemeindung der Ortschaften Waltershofen und Immenried.

02 Mariensäule und Rathausplatz

Mariensäule
Mariensäule

Anknüpfend an den früheren Marienbrunnen auf dem Kirchplatz errichtete die Gemeinde 1967 eine Mariensäule vor dem Rathaus. Sie soll Zeichen des Dankes sein, dass Kißlegg von den Schrecken des Krieges verschont blieb, und stete Mahnung, den Frieden zu erhalten. Die Marienstatue ist eine von Bildhauer Riegel aus Altshausen gefertigte Kopie eines in der Schweiz erworbenen, heute im Neuen Schloss befindlichen Originals aus der Zeit um 1540. Der Rathausplatz entstand mit dem Bau des Rathauses, des Hauses Reich und der damaligen Landschaftsbank in den Jahren 1928-1931 anstelle des ehemals zum Neuen Schloss gehörigen „kleinen Schlossparks“. Zunächst als Rasenfläche angelegt wurde er im Jahr 2000 als frei begehbarer, verkehrsberuhigter Platz mit Grünflächen und Pflasterung neu gestaltet.

03 Dr.-Franz-Reich-Haus

Dr.-Franz-Reich-Haus
Dr.-Franz-Reich-Haus

Erbaut 1928 durch den Kißlegger Arzt und Ehrenbürger Dr. Franz Reich (1890-1963). Seit 1963 durch eine Stiftung Eigentum der Gemeinde Kißlegg. Zunächst als Erholungsheim vom DRK-Kreisverein in Stuttgart belegt, jetzt Sitz der Finanzverwaltung der Gemeinde Kißlegg.

04 Altes Schloss

Altes Schloss
Altes Schloss

Das Alte Schloss, als Wahrzeichen Kißleggs, wurde von Hans Ulrich von Schellenberg im 3. Viertel (2. Hälfte) des 16. Jahrhunderts erbaut. Durch Heirat kam es an die Familie Waldburg-Wolfegg. Ferdinand Ludwig und Maria Anna Graf und Gräfin von Waldburg-Wolfegg ließen große Teile von Johann Georg Fischer barock umgestalten. Der burgartige Bau geht in seiner äußeren Form auf die Ulmer Patrizierhäuser zurück. Die Hofgebäude bestehen aus ehemaligen Dienstwohnungen, Ställen, sowie zwei Schüttgebäuden. Im barocken Vorderen Schüttgebäude befanden sich ehemals eine Kapelle und das frühere Rentamt, sowie Zellen im oberen Stock. In einer Rundung der Schlossmauer befand sich in einer Nische eine kleine Statue des Pestheiligen Rochus. Nach dem Diebstahl der Figur malte der aus Kißlegg stammende Künstler Manfred Scharpf ein Bildnis des Hl. Rochus in die Nische. Nach einem alten Brauch werden noch heute kleine Besen bei dem Bildnis an der Mauer angebracht. Das Schloss wird von der gräflichen Familie zu Waldburg-Wolfegg und Waldsee bewohnt. Eine Besichtigung ist nicht möglich.

Weitere Informationen unter der Rubrik Altes Schloss

05 Neues Schloss

Neues Schloss
Neues Schloss

Ehemaliges Trauchburgisches, dann Wurzach’sches Schloss mit acht Hektar großem Schlosspark. Erbaut wurde das Schloss 1721-1727 unter Graf Johann Ernst von Waldburg zu Trauchburg. Zuletzt bewohnte es die Gräfin Marie von Waldburg-Zeil-Wurzach bis zu ihrem Tod am 13.07.1941. Die Gemeinde Kißlegg erwarb das Schloss im Jahr 1960. Besonderheiten: Acht lebensgroße Sibyllenskulpturen aus Stuckmarmor im Treppenhaus, geschaffen von dem bedeutenden Rokokokünstler Joseph Anton Feuchtmayer. Die Schlosskapelle zu Ehren des Jesuskindes, in der das Antependium des Altars, eine Arbeit des Johannes Schütz in Scagliola-Technik, sowie das Deckenfresko, die Verherrlichung der Kirche darstellend, besondere Beachtung verdienen. Reich stukkierte Räume zeigen in den Deckenfresken u.a. das Gastmahl des Caesar, Königin Esther als Bittstellerin vor ihrem Gemahl Achasweros sowie Samsons Sieg über die Philister. Der überragendste Raum des Schlosses ist der Bankettsaal mit einem mächtigen Deckenfresko, das die triumphierende Siegesgöttin Nike als Herrscherin der Zeit darstellt.

Öffnungszeiten Neues Schloss

Weitere Informationen unter der Rubrik Neues Schloss

06 Friedhofskapelle St. Anna

St. Anna Kapelle
St. Anna Kapelle

Barockes Kleinod, erbaut 1718 nach einem Entwurf des Füssener Baumeisters Johann Georg Fischer. Die Deckenfresken mit Szenen aus dem Leben der Hl. Mutter Anna schuf der berühmte Cosmas Damian Asam. Als Stukkator wirkte Hans Herkomer. Der Hochaltar ist eine Arbeit von Johann Liebenstein und Johann Georg Schmidt, die Nebenaltäre von Gabriel Weiß. Besichtigung: täglich.

07 Ulrichspark

Ulrichspark
Ulrichspark

Seniorenzentrum der Stiftung „Hospital zum Heiligen Geist“ mit historischem Spitalgebäude und Spitalkirche.

Stiftung des Hans Ulrich von Schellenberg aus dem Jahr 1575. Nach dem Brand des Fleckens im Jahr 1704 ließ Freiherr Franz Christoph von Schellenberg das Spital wieder aufbauen. Reiche Ausstattung der Kirche mit Tafelmalerei und Holzbildwerken aus dem 15.-19. Jh. Das Glanzstück ist das Altarblatt mit dem Pfingstereignis, 1709 gemalt von Leopold Greising aus Bregenz, des weiteren das spätmittelalterliche Holzbildwerk „Tod Mariens“.
Besichtigung: während den Besuchszeiten.

08 Pfarrkirche St. Gallus und Ulrich

Pfarrkirche
Pfarrkirche

Die fast 500 Jahre alte, nach dem Brand des Marktfleckens Kißlegg im Jahr 1548 errichtete gotische Kirche wurde 1734-38 von dem bekannten Baumeister Johann Georg Fischer barock umgebaut. Johann Georg Fischer, der den Chor komplett neu aufführte und die Seitenschiffe erhöhte, gelang im Zusammenspiel mit dem Stukkator Johann Schütz und den für die Ausmalung verantwortlich zeichnenden Franz Anton Erler und Benedikt Gambs d. J. eine der schönsten und heitersten Barockkirchen des Allgäus und Oberschwabens. Besondere Beachtung verdienen die Madonna mit Kind von Hans Zürn (1623), die Kanzel von Johann Wilhelm Hegenauer, der berühmte Augsburger Silberschatz, sowie der teilweise versilberte Stuck.

Besichtigung: täglich

Kirchenführungen: Frühjahr-Herbst: Jeden Donnerstag: 10:30 Uhr und auf Anfrage

weitere Informationen unter der Rubrik Barockkirche

09 St. Nepomuk an der Achbrücke

St. Nepomuk an der Achbrücke
St. Nepomuk an der Achbrücke

Auf dem Weg von der Ortsmitte zum Alten Schloss überquert man die Kißlegger Ach. Bei der Brücke befindet sich die Skulptur des Hl. Johannes Nepomuk, ein Werk des Bildhauers Konrad von Reicholzried, die eine bereits früher hier befindliche Figur ersetzt und von dem früheren Schlossherrn, Dr. Jo-hannes Graf von Waldburg-Wolfegg, gestiftet wurde.

10 Pfarrhaus und Pfarrstadel

Pfarrhaus
Pfarrhaus

Der Kißlegger Pfarrhof befand sich einst am Zellersee unterhalb des ehemaligen Klosters und wurde 1649 vom Patronatsherrn Hans Christoph von Schellenberg an die heutige Stelle verlegt. Pfarrhaus und Pfarrstadel brannten am 23. April 1704 vollständig nieder. Den Wiederaufbau leitete 1704 bis 1705 Baumeister Hans Jacob Geßer. Hundert Jahre später erfolgte aufgrund des schlechten Bauzustandes ein Neubau des Pfarrstadels. Der Pfarrstadel beheimatet seit der grundlegenden Sanierung im Jahr 1996 Pfarrbüro, Kirchenpflege, Pfarrarchiv und die Kath. Öffentliche Bücherei.

11 St. Gallus - Apotheke

St. Gallus - Apotheke
St. Gallus - Apotheke

Ehemaliges Schellenbergisches Amtshaus, 1705-06 erbaut als Amtshaus der Herrschaft Kißlegg, Schellenbergischen Anteils. Arrestzellen aus dieser Zeit im Keller erhalten. 1827 Verkauf an Wundarzt Franz Vollmar. 1833 Einrichtung der Apotheke durch Apotheker Max Pfanner.

12 Katholisches Gemeindehaus

Katholisches Gemeindehaus
Katholisches Gemeindehaus

Ehemaliges Franziskanerinnenkloster Maria Bethlehem, 1420 erstmals erwähnt. 1549 und 1662 neu erbaut. 1842 Schul-und Rathaus der Gemeinden Kißlegg, Sommersried, Emmelhofen und Wiggenreute. 1914 Schwesternstation. 1923 Kindergarten. Seit 1964 auch kath. Gemeindehaus. Sgraffito mit dem Sonnengesang des Hl. Franziskus von Hans Sauerbruch.

13 Gasthaus zum Löwen

Gasthaus Löwen
Gasthaus Löwen

Ehemals Kißlegg-Trauchburgische Tafernwirtschaft, erbaut im 18. Jahrhundert. 1791 Braugerechtigkeit erwähnt.

1843 Recht der Bierbrauerei, Bäckerei und Branntweinbrennerei erwähnt. Baudenkmal.

14 Gasthaus zum Goldenen Adler

Gasthaus Adler
Gasthaus Adler

Ehemals Kißlegg-Schellenbergische Tafernwirtschaft, 1679 Antoni Frast, Schwarzadlerwirt. Neubau nach dem Großbrand von 1704. 1791 Braugerechtigkeit erwähnt. 1983 Neugestaltung des Speiselokals.

15 Gasthof zum Ochsen

Gasthof Ochsen
Gasthof Ochsen

Ehemals Kißlegg-Schellenbergische Tafernwirtschaft, erbaut im 18. Jahrhundert.

1716 Joseph Brandstetter, Gastgeber beim Roten Ochsen in Kißlegg – seit 1976 in Besitz von Familie Karrer.

16 Ehem. Gasthaus Hirschpost

Gasthaus ehem. Hirschpost
Gasthaus ehem. Hirschpost

Ehemals Kißlegg-Trauchburgische Tafernwirtschaft, als Verhandlungsort im 30jährigen Krieg erwähnt.
Nach 1704 neu erbaut. Posthalterei im 19. Jahrhundert. Um 1928 Aufstockung und Anbringung der historischen Gemälde an der Fassade. 1945 Sitz der Schweizerischen Gesandtschaft. 1984-85 umfassende Sanierung.

17 Bäckerei Christadler

Bäckerei Christadler
Bäckerei Christadler

1787 Neubau durch Kramer Franz Joseph Kuen. 1820/35 Aufteilung und Verkauf des Hauses durch Rupert Kuen.

1840 Bäcker und Wachszieher Severin Volk. Seit 1902 in Besitz der Familie Christadler-Frey. 1966 umfassende Sanierung. Baudenkmal.

18 Haus Jägerstr. 4

Haus Jägerstraße Nr. 4
Haus Jägerstraße Nr. 4

Ehemals Kißlegg-Wolfegg‘sches Revierjägergut („Jägerstraße“). Nach einer den chronologischen Untersuchung wurde das Haus in der Zeit um 1760 erbaut. In den vergangenen Jahren vom Eigentümer Anton Frei befundgetreu restauriert.

Skulptur „Vielfalt der Kräfte“ im Dr. Franz Reich Garten

Skulptur „Vielfalt der Kräfte“
Skulptur „Vielfalt der Kräfte“

Corten-Stahl-Skulptur von Jörg Bach „Vielfalt der Kräfte“. Zum Abschluss der Ortskernsanierung 2001 von der Gemeinde erworben. Standort: Garten beim Haus Dr. Reich. Die Skulptur symbolisiert die unterschiedlichen Kräfte unseres Gemeinwesens, ihren Eigenwert und ihr Zusammenwirken. Der durch Eigenkorrosion sich versiegelnde Cortenstahl als Material unserer Zeit steht in lebendigem Kontrast zum Grün des kleinen Parks.

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